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Verschwundene Orte in Nordholland

Ein verschwundener Ort ist nicht leer. Fundamente, Gräben, Höhenunterschiede, Straßennamen oder unerwartete Freiflächen bleiben oft zurück. Manchmal ist nur noch bekannt, dass unter der modernen Landschaft eine ältere Welt liegt. Solche Orte verlangen langsames Beobachten und den Vergleich zwischen dem heutigen Bild und dem früheren Mittelpunkt. Verschwundene Orte in Nordholland haben viele Formen: ertrunkene Dörfer, abgebrochene Burgen, aufgegebene Friedhöfe, verschwundene Schleusen und Siedlungen, die durch Stadterweiterung aus dem Blick gerieten. Jede Art des Verschwindens hinterlässt andere Spuren.

15 Orte

Verschwunden durch Wasser, Wachstum oder Vernachlässigung

Nordholland kennt viele Formen des Verschwindens. Sturmfluten und Küstenabbruch rissen Land fort. Trockenlegungen und Kanäle veränderten Wasserlandschaften vollständig. Stadterweiterung überlagerte Dörfer, Landsitze und Friedhöfe. Burgen wurden abgebrochen, als ihre militärische oder administrative Funktion entfiel.

Manche Orte verschwanden plötzlich, andere über Jahrzehnte. Ein Dorf konnte nach einer Katastrophe aufgegeben werden, während ein Industriegebiet langsam seine Funktion verlor und Stück für Stück verschwand. Die Ursache bestimmt, was zurückbleibt: Relief, Fundamente, Wasserläufe, Namen oder nur Erinnerungen.

Der Wert einer kaum sichtbaren Spur

Ein Rest muss nicht groß sein, um Bedeutung zu haben. Ein gebogener Graben kann den Umriss einer Burg folgen. Eine Baumreihe kann einen alten Weg markieren. Eine leere Wiese kann auf Häusern, Gräbern oder einer Kirche liegen. Sobald man weiß, wonach man sucht, wird ein gewöhnlicher Raum zu einer historischen Karte im Maßstab eins zu eins.

Gerade weil die Spur klein ist, braucht sie Kontext. Die Detailseiten erklären, was hier lag, was verschwand und warum die verbliebene Form noch wichtig ist. So wird ein fast unsichtbarer Rest wieder lesbar, ohne größer oder spektakulärer gemacht zu werden, als er tatsächlich ist.

Orte zum Entdecken

Ortsansicht in Velsen-Zuid in der Umgebung der römischen Fundstellen

Foto: Gerard Hogervorst (Gmhogervorst)

Bildnachweis: Foto: Gerard Hogervorst, Benutzername Gmhogervorst in der niederländischsprachigen Wikipedia, über Wikimedia Commons, CC BY 1.0 NL

Lizenz: CC BY 1.0 NL

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Verschwundene Orte

Castellum Flevum, das verschwundene Römerlager bei Velsen

Velsen

Zu Beginn des 1. Jahrhunderts lag bei Velsen ein römisches Hafenlager mit Wällen, Gräben, Baracken, Werkstätten, Stegen und weiteren Hafenanlagen. Dieses heute Velsen 1 genannte Lager wurde um 14–16 n. Chr. am…

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Historische Grabplatten aus der 1944 abgebrochenen reformierten Kirche von Petten

Foto: EdwinH

Bildnachweis: Foto: EdwinH, über Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

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Verschwundene Orte

Das dritte Petten

Schagen

Bis zum Zweiten Weltkrieg lag das dritte Petten rund um seine Kirche und den alten Friedhof. Das Küstendorf bestand aus niedrigen Häusern, Straßen, einem Rathaus, Geschäften, Schulen, Bauernhöfen und einer Kir…

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Historische Karte der Hondsbossche Zeewering, der Dünen und Polder bei Petten

Foto: Hendrik de Leth, nach Jan Spruytenburgh

Bildnachweis: Karte: Hendrik de Leth, nach Jan Spruytenburgh, Rijksmuseum, über Wikimedia Commons, CC0

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Verschwundene Orte

Das erste Petten

Schagen

Südlich des heutigen Petten lag im Mittelalter ein Fischerdorf bei den Dünen des Hondsbosch. Es war als Petten dat Hontsbosch hiet bekannt und wird in einigen Rekonstruktionen mit Petten in Nolmerban gleichges…

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Zeichnung von 1730 mit den letzten Ruinenresten von Schloss Kronenburg bei Castricum

Foto: Abraham Rademaker

Bildnachweis: Abbildung: Abraham Rademaker, Noord-Hollands Archief, über Wikimedia Commons, CC0

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Verschwundene Orte

Die verschwundene Burg Kronenburg bei Castricum

Castricum

In den Wiesen südöstlich von Castricum stand einst die Burg Kronenburg, eine fast quadratische Wasserburg mit Türmen, Gräben und einer eigenen Vorburg. Zerstörung und lang anhaltender Verfall löschten die Anla…

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Fantasiezeichnung der verschwundenen Burg von Wijdenes aus dem 18. Jahrhundert

Foto: Jacobus Stellingwerff

Bildnachweis: Zeichnung: Jacobus Stellingwerff, nach Andries Schoemaker, Sammlung Westfries Archief, über Wikimedia Commons, gemeinfrei

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Verschwundene Orte

Die verschwundene Burg von Wijdenes

Drechterland

An der damaligen Küste bei Wijdenes stand im späten 13. Jahrhundert eine Burg des Grafen Floris V. Die Festung sollte seine Herrschaft in Westfriesland sichern und bestand vermutlich weniger als fünfzehn Jahre…

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Topografische Karte von 1909, auf der Wieringen noch vollständig als Insel dargestellt ist

Foto: Unbekannter Urheber

Bildnachweis: Abbildung: unbekannter Urheber, über Wikimedia Commons, gemeinfrei

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Die verschwundene Inselwelt Wieringens

Hollands Kroon

Wieringen liegt noch immer an derselben Stelle, doch die Inselwelt, die hier jahrhundertelang bestand, ist verschwunden. Das höher gelegene Land war von Wattenmeer, Amsteldiep und Zuiderzee umgeben und entwick…

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Historische Aufnahme von 1959 mit der Bogenbrücke und den Torpfeilern des verschwundenen Landsitzes Volgerwijck

Foto: Siebe Jan Bouma

Bildnachweis: Foto: Siebe Jan Bouma. Quelle: Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed, über Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

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Die verschwundenen Landsitze der Beemster

Purmerend

Im 17. Jahrhundert standen an den geraden Straßen der Beemster Dutzende Landsitze Amsterdamer Kaufleute und Amtsträger. Hinter verzierten Toren lagen Herrenhäuser, formale Gärten, Obstgärten, Teiche und lange…

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Druck aus dem 18. Jahrhundert mit einer symbolischen Darstellung der Zerstörung Vronens

Foto: Anonymer Grafiker, nach Reinier van Persijn

Bildnachweis: Abbildung: anonymer Grafiker nach Reinier van Persijn, Rijksmuseum, über Wikimedia Commons, gemeinfrei

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Verschwundene Orte

Die Zerstörung Vronens

Dijk en Waard

Unter dem heutigen Sint Pancras liegen die Reste von Vronen, einem mittelalterlichen Dorf auf einem alten Strandwall. Am 27. März 1297 erlitten die aufständischen Westfriesen hier eine entscheidende Niederlage…

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Offenes Dünental bei Groot Olmen im Nationalpark Zuid-Kennemerland

Foto: Ymblanter

Bildnachweis: Foto: Ymblanter, über Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

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Verschwundene Orte

Groot Olmen, Siedlungen unter dem Dünensand

Bloemendaal

Unter dem Dünensand von Groot Olmen liegen Reste frühmittelalterlicher Siedlungen, die zwischen etwa 450 und dem 9. Jahrhundert bewohnt waren. Bauern errichteten hölzerne Wohnstallhäuser, hielten Vieh und bewi…

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Wildes Grün und Wasser im Naturgebiet Lange Bretten in Amsterdam

Foto: Marion Golsteijn

Bildnachweis: Foto: Marion Golsteijn, über Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

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Verschwundene Orte

Huis te Bretten

Amsterdam

Zwischen der Haarlemmertrekvaart und dem alten Spaarndammerdijk stand seit dem 17. Jahrhundert Huis te Bretten. Das Haus wurde vor allem als Herberge, Schankwirtschaft und Gaststätte für Reisende entlang des K…

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Der Eingang zum Friedhof Huis te Vraag an der Rijnsburgstraat in Amsterdam

Foto: Marion Golsteijn

Bildnachweis: Foto: Marion Golsteijn, über Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

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Huis te Vraag

Amsterdam

An der Rijnsburgstraat liegt Huis te Vraag, ein alter Friedhof auf dem Gelände eines verschwundenen Landhauses. Der Name ist älter als der Friedhof und blieb erhalten, nachdem das Haus 1890 abgerissen worden w…

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Abbruch des Kirchturms im Dorf Rijk während der Erweiterung Schiphols im Jahr 1959

Foto: Harry Pot / Anefo

Bildnachweis: Foto: Harry Pot / Anefo, Nationaal Archief, über Wikimedia Commons, CC0

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Verschwundene Orte

Rijk, das für Schiphol verschwundene Dorf

Haarlemmermeer

Bis 1959 lag das Dorf Rijk in einem Gebiet, das heute von der Flughafenlandschaft Schiphols geprägt wird. Die Siedlung entstand nach der Trockenlegung des Haarlemmermeers und wuchs entlang des Aalsmeerderwegs…

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Historische Karte von Marken aus dem Jahr 1793 mit dem früheren Inselumriss und den Deichen

Foto: Jan Peereboom

Bildnachweis: Abbildung: Jan Peereboom, Noord-Hollands Archief, über Wikimedia Commons, gemeinfrei

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Verschwundene Orte

Versunkenes Land bei Marken

Waterland

An der Südseite von Marken endet die Insel heute am Deich, doch früher reichte das Land weiter hinaus. Auf bewohnten Warften lagen Thamiswerf, Houtemanswerf und Kraaienwerf, kleine Nachbarschaften, die im 18…

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Luftaufnahme von De Woude und der umgebenden Wasserlandschaft

Foto: Milliped

Bildnachweis: Foto: Milliped, über Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

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Verschwundene Orte

Wouthuyse, verschwundener Weiler bei De Woude

Castricum / Alkmaar

Bei De Woude, am Rand des Alkmaardermeers und der Markervaart, lag der verschwundene Weiler Wouthuyse. Archäologische Untersuchungen brachten Spuren eines Hofes aus dem 17. Jahrhundert ans Licht, darunter Gebä…

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Vergangenheit und Gegenwart zugleich sehen

Nutze alte Karten oder die Detailbeschreibung und schau danach wieder ohne Bildschirm. Vergleiche Sichtachsen, Wasserläufe und Parzellengrenzen. Frage dich, warum eine Fläche leer blieb, eine Straße plötzlich abknickt oder ein Graben eine ungewöhnliche Form hat.

Gerade dort, wo die moderne Landschaft nicht ganz logisch wirkt, kann eine verschwundene Struktur noch Einfluss ausüben. Ein alter Burggraben bestimmt manchmal weiterhin eine Parzelle, eine verschwundene Dorfstraße bleibt als Weg sichtbar und eine frühere Küstenlinie kann als Höhenunterschied erkennbar sein.

Welche verschwundenen Orte kannst du besuchen?

Dieses Thema umfasst ertrunkene Dörfer, verschwundene Burgen, abgebrochene Kirchen, ehemalige Friedhöfe, alte Industrieflächen und Orte, die durch Stadterweiterung überformt wurden. Manche sind deutlich markiert, andere verlangen mehr Vorbereitung.

Wähle deshalb einen Ort, der zu deiner Art des Betrachtens passt. Wer klare Reste sucht, kann mit Fundamenten oder Ruinen beginnen. Wer lieber die Landschaft liest, findet gerade in Poldern, Freiflächen, Gräben und feinen Höhenunterschieden viel Bedeutung.

Konkrete Beispiele sind Rijk, das dem Flughafen Schiphol weichen musste, Castellum Flevum bei Velsen, die verschwundene Burg Kronenburg bei Castricum, Groot Olmen unter dem Dünensand und die nacheinander verschwundenen Siedlungen von Petten. Sie zeigen, wie Luftfahrt, Krieg, Küstenabbruch und natürliche Prozesse einen Ort auslöschen können.

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