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Thema

Die Niederlande und das Wasser in Nordholland

Die Niederlande leben nicht nur am Wasser, sondern durch ein ständiges System aus Messen, Pumpen, Ableiten, Speichern und Verteidigen. In Nordholland ist dieses System besonders gut sichtbar. Große nationale Bauwerke und kleine lokale Einrichtungen bilden gemeinsam eine Landschaft, die nie selbstverständlich trocken war. Diese Themenseite zeigt, wie Wasserwirtschaft, Überschwemmungen und Landgewinnung die Provinz gemeinsam formten. Deiche und Pumpwerke sind dabei nicht nur historische Objekte, sondern bis heute Teile eines aktiven Netzes.

12 Orte

Wasserwirtschaft als tägliche Arbeit

Deich und Pumpwerk wirken statisch, gehören aber zu einem aktiven Netz. Wasserstände, Schleusen und Pumpen reagieren auf Regen, Trockenheit, Abfluss und Meeresspiegel. Historische Standorte bestimmen oft noch das moderne System.

Geschichte und heutige Sicherheit treffen deshalb oft am selben Ort aufeinander. Ein altes Schleusenensemble kann täglich genutzt werden, und ein historischer Deich kann Teil moderner Küstenverteidigung sein. Bei genauerem Hinsehen stehen altes Mauerwerk, neue Anlagen und aktuelle Messtechnik nebeneinander.

Die Kehrseite: Überschwemmung und Landverlust

Zur Geschichte gehören auch Scheitern und Katastrophen: Deichbrüche, Sturmfluten und militärische Überflutungen. Technik mindert Risiken, beseitigt sie aber nie vollständig.

Nach einer Katastrophe wurde die Landschaft manchmal wiederhergestellt, manchmal dauerhaft verändert. Ein Kolk, eine neue Deichlinie oder ein verschwundenes Dorf erinnert an das Ausmaß der Folgen. Gerade solche Orte machen die Verletzlichkeit des tief liegenden Landes sichtbar.

Orte zum Entdecken

Die Stevinschleusen und der Beginn des Afsluitdijk bei Den Oever

Foto: Paul van Galen

Bildnachweis: Foto: Paul van Galen / Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed, über Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Lizenz: CC BY-SA 4.0

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Die Niederlande und das Wasser

Der Afsluitdijk

Hollands Kroon / Súdwest-Fryslân

Der Afsluitdijk ist ein monumentales Sperrwerk zwischen Nordholland und Friesland. Er trennte die Zuiderzee vom Wattenmeer und verwandelte das Salzwasser allmählich in das IJsselmeer. Auf mehr als dreißig Kilo…

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Der Noordhollandsch Kanaal von der Brücke bei Schoorldam gesehen

Foto: Gouwenaar

Bildnachweis: Foto: Gouwenaar, über Wikimedia Commons, CC0 1.0

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Die Niederlande und das Wasser

Der Noordhollandsch Kanaal

Alkmaar

Zwischen Amsterdam und Den Helder verläuft ein Kanal, der bei seiner Eröffnung 1824 zu den größten Schifffahrtsbauten der Welt gehörte. König Wilhelm I. ließ ihn anlegen, weil große Seeschiffe Amsterdam über d…

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Die Gemeenschapsmolen an der Gaasp bei Driemond

Foto: Quistnix

Bildnachweis: Foto: Quistnix, über Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5

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Die Niederlande und das Wasser

Driemond und die Gaaspermolen an der Gaasp

Amsterdam

Driemond liegt am Zusammenfluss von Gaasp, Gein und Smal Weesp. Das Dorf hieß früher Geinbrug, doch sein heutiger Name verweist sowohl auf diesen Wasserknoten als auch auf einen verschwundenen Landsitz aus dem…

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Die Lagune, der Strand und die jungen Hondsbossche Dünen bei Camperduin

Foto: dronepicr

Bildnachweis: Foto: dronepicr, über Wikimedia Commons, CC BY 2.0

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Die Niederlande und das Wasser

Hondsbossche Dünen

Bergen

Zwischen Camperduin und Petten war die nordholländische Dünenkette jahrhundertelang unterbrochen. Hier hielt keine natürliche Dünenlandschaft die Nordsee zurück, sondern die harte Hondsbossche und Pettemer See…

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Grüne Holzhäuser in einem dicht bebauten historischen Wohnbereich in Marken

Foto: Rene Cortin

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Die Niederlande und das Wasser

Marken: Leben mit der Zuiderzee

Waterland

Marken wurde im Mittelalter vom Waterland getrennt und lag jahrhundertelang als niedrige Insel in der Zuiderzee. Weil Deiche das Wasser nicht immer fernhalten konnten, errichteten die Bewohner ihre Häuser auf…

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Junge Insel von Marker Wadden mit Sandufer, Flachwasser und Flevoland am Horizont

Foto: Milliped; Ausschnitt durch Saschaporsche

Bildnachweis: Foto: Milliped; Ausschnitt: Saschaporsche, über Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

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Die Niederlande und das Wasser

Marker Wadden

Lelystad

Mitten im Markermeer liegt eine Inselgruppe, deren Anlage erst 2016 begann. Marker Wadden besteht aus Sand, Ton und Millionen Kubikmetern Schlick vom Grund des Sees. Das Projekt sollte kein trockenes Agrarland…

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Zeeschleuse IJmuiden von der Süßwasserseite des Nordseekanals

Foto: Dronewar79

Bildnachweis: Foto: Dronewar79, über Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

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Die Niederlande und das Wasser

Nordseekanal und Schleusen von IJmuiden

Velsen

Wo früher die Dünen und das breite Tal der Breesaap lagen, verbindet seit 1876 eine direkte Wasserstraße Amsterdam mit der Nordsee. Der Nordseekanal ersetzte den langen Umweg über den Noordhollandsch Kanaal un…

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Panoramablick von Schellingwoude auf die Oranjeschleusen

Foto: Henk Monster

Bildnachweis: Foto: Henk Monster, über Wikimedia Commons, CC BY 3.0

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Die Niederlande und das Wasser

Schellingwoude und die Oranjeschleusen

Amsterdam

Im Osten von Amsterdam-Noord liegen das alte Deichdorf Schellingwoude und die Oranjeschleusen unmittelbar nebeneinander. Der Waterlandse Zeedijk ermöglichte die Besiedlung am IJ, während der Schleusenkomplex s…

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Stolpgehöft De Eenhoorn an der geraden Middenweg im Polder De Beemster

Foto: A. J. van der Wal (Ton van der Wal)

Bildnachweis: Foto: A. J. van der Wal. Quelle: Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed, über Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

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Die Niederlande und das Wasser

Trockenlegungspolder De Beemster

Purmerend

Innerhalb des Ringdeichs von De Beemster liegt keine natürlich gewachsene Landschaft, sondern ein vom Reißbrett auf den Boden eines trockengelegten Sees übertragenes System. Amsterdamer Kaufleute ließen den Se…

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Überflutete Straßen und Häuser in Wieringerwerf nach der Überflutung im April 1945

Foto: Willem van de Poll

Bildnachweis: Foto: Willem van de Poll / Nationaal Archief, über Wikimedia Commons, CC0 1.0

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Die Niederlande und das Wasser

Wieringermeer und der Deichbruch von 1945

Hollands Kroon

Die Wieringermeer war erst fünfzehn Jahre trocken, als die deutsche Besatzungsmacht am 17. April 1945 den IJsselmeerdeich an zwei Stellen sprengte. Innerhalb von zwei Tagen verwandelte sich der junge Polder er…

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Trockenlegungen, Polder und neue Landschaften

Wasserwirtschaft bedeutete nicht nur Verteidigung, sondern auch Landgewinnung. Seen wurden leergepumpt, Gräben und Kanäle angelegt und neue Parzellen vermessen. So entstanden planmäßige Landschaften mit geraden Straßen, Höfen und kontrollierten Wasserständen.

Wer eine Trockenlegung besucht, betrachtet eine Landschaft, die als technisches Projekt entworfen wurde. Ihre Größe wird erst von einem höheren Punkt oder entlang einer langen Sichtachse deutlich. Auch kleine Pumpwerke, Mühlen und Schleusen erzählen, wie das neue Land trocken blieb.

Achte auf Linien, Höhen und Strömung

Schau über das Bauwerk hinaus: Folge dem Deich, vergleiche Wasser und Land und suche nach alten Kaimauern, Schleusenkammern und Entwässerungsgräben.

Achte auch auf die Richtung, in die sich das Wasser bewegt. Ein Pumpwerk, eine Mühle oder Schleuse wird erst verständlich, wenn klar ist, welches Wasser höher liegt, wohin es abgeführt wird und welches Gebiet geschützt werden soll. So wird ein technisches Objekt zu einem lesbaren Teil der Landschaft.

Konkrete Beispiele sind der Afsluitdijk, das Pumpwerk De Cruquius, die Schleusen von IJmuiden, die Trockenlegung der Beemster, die Oranjesluizen und der Deichbruch im Wieringermeer von 1945. Gemeinsam zeigen sie sowohl die technische Beherrschung des Wassers als auch die bleibende Verletzlichkeit des tief liegenden Landes.

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