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Besondere Natur

Der Texeler Slufter

An der Nordwestseite Texels liegt De Slufter, eine seltene Salzwiese, die über eine Rinne und ein verzweigtes Netz von Prielen unmittelbar mit der Nordsee verbunden ist. Bei Hochwasser dringt Meerwasser tief zwischen die Dünen ein und hinterlässt Salz, Sand und Schlick. Hier wachsen Strandflieder, Strandgrasnelke, Queller und andere salzverträgliche Pflanzen. Watvögel, Enten und Küstenvögel nutzen die Fläche zum Brüten, Rasten und zur Nahrungssuche in einer Landschaft, die nach jedem Sturm etwas anders aussehen kann.

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De Slufter auf Texel mit Dünen, sandiger Fläche, Salzwiesenvegetation und Wanderweg
De Slufter auf Texel. Über eine Rinne und ein Netz von Prielen kann Nordseewasser tief zwischen die Dünen eindringen.Foto: Rasbak, via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0Änderungen: Keine Änderungen.

Warum hierher?

De Slufter gehört zu den wenigen niederländischen Küstenlandschaften, in denen das Meer noch unmittelbar ins Land eindringt. Vom Aussichtspunkt lassen sich Hauptrinne, Priele und breite Salzwiese auf einen Blick übersehen. Unten wird sichtbar, wie geringe Höhenunterschiede bestimmen, wo Salzpflanzen wachsen und wie weit das Wasser bei einer hohen Flut vordringen kann. Der südliche Teil lässt sich zu Fuß erkunden; im geschlossenen nördlichen Vogelreservat hat Ruhe Vorrang vor Zugänglichkeit.

Was sieht man?

Ein breites Tal zwischen den Dünen mit sandigen Flächen, gewundenen Prielen, Schlickrändern und niedriger Salzwiesenvegetation. Im Frühjahr und Sommer erscheinen grüne Pflanzenteppiche sowie violette und rosa Blüten von Strandflieder und Strandgrasnelke. Im Herbst kann sich Queller rot färben. Enten und Watvögel suchen entlang der Rinnen nach Nahrung. Die Wege im südlichen Teil können schlammig oder zeitweise überflutet sein; die nördliche Brut- und Ruhezone bleibt geschlossen.

Wann sieht man was?

Wähle einen Monat und sieh, welche Tiere, Pflanzen oder Pilze dann aussichtsreich sind.

Strandflieder

Pflanze

Im Juli und August können die kleinen violetten Blüten große Teile der Salzwiese färben. Blütenreichtum und genaue Standorte unterscheiden sich je nach Überflutung, Salzgehalt sowie Sand- und Schlickablagerung von Jahr zu Jahr.

Strandgrasnelke

Pflanze

Die rosa Blütenköpfe erscheinen vor allem im späten Frühjahr und frühen Sommer auf etwas höheren Salzwiesenflächen, deren Boden salzig bleibt, aber seltener überflutet wird.

Queller

Pflanze

Queller wächst niedrig auf kahlem Boden, der regelmäßig überflutet wird. Die Pflanzen sind zunächst frischgrün und können sich im September und Oktober rot bis dunkelrot färben.

Eiderente

Vogel

Eiderenten brüten vor allem im geschlossenen nördlichen Teil. Nach dem Schlüpfen können sich Weibchen und Junge in den breiteren Rinnen sammeln, meist weit entfernt von zugänglichen Wegen.

Brandgans

Vogel

Brandgänse sind fast das ganze Jahr an Rinnen und Schlickrändern zu sehen. Im Frühjahr und Sommer erscheinen Paare und Familien, außerhalb der Brutzeit häufiger größere Gruppen.

Säbelschnäbler

Vogel

Säbelschnäbler nutzen flaches Wasser und schlammige Ränder. Mit ihrem aufgebogenen Schnabel schwenken sie seitlich durch das Wasser; Brutvögel halten sich vor allem in ruhigen geschlossenen Bereichen auf.

Watvögel

Vogel

Besonders während des Frühjahrs- und Herbstzugs suchen verschiedene Watvögel an Schlickrändern und flachen Prielen nach Würmern, kleinen Krebstieren und anderen Bodentieren.

Schneeammer

Vogel

In den kalten Monaten können kleine Schneeammerschwärme über kahle Sandflächen und niedrige Salzwiesenvegetation ziehen. Sie suchen Samen und fallen oft erst beim Auffliegen auf.

Berghänfling

Vogel

Berghänflinge erscheinen vor allem im Herbst und Winter und suchen in Gruppen nach kleinen Samen in niedriger Salzwiesenvegetation. Ihre unauffälligen Farben verschmelzen leicht mit dem winterlichen Boden.

Ohrenlerche

Vogel

Ohrenlerchen sind seltene Wintergäste in niedriger offener Vegetation und an sandigen Salzwiesenrändern. Eine Beobachtung bleibt besonders und erfordert meist geduldiges Suchen.

Wanderfalke

Vogel

Vor allem außerhalb des Sommers kann ein Wanderfalke über der offenen Fläche jagen. Plötzlich auffliegende Enten oder Watvögel können seine Anwesenheit verraten.

Warum ist dieser Ort wichtig?

De Slufter ist eine seltene Verbindung von Dünenlandschaft und aktiver Salzwiese. Überflutung, Salz, Erosion und Ablagerung bestimmen fortwährend, welche Pflanzen und Tiere hier Raum finden. Das Gebiet ist für brütende Küstenvögel, Zugvögel und Wintergäste wichtig und verbindet Strand, Dünen, süßere Täler und offene See. Die unmittelbare Verbindung zur Nordsee erhält die Landschaft.

Die größere Geschichte

Der Texeler Slufter liegt an der Nordwestseite Texels zwischen De Muy und den Eierländischen Dünen. Vom erhöhten Aussichtspunkt wirkt das Gebiet wie ein breites, von Dünen umgebenes Tal. Durch die Mitte der Fläche verläuft jedoch eine Rinne, die unmittelbar mit der Nordsee verbunden ist. Durch diese Öffnung strömt Meerwasser ins Land und verteilt sich über ein verzweigtes Netz kleinerer Priele.

Bei gewöhnlichen Wasserständen bleiben große Teile der Fläche trocken oder nur feucht. Das meiste Wasser fließt durch die Hauptrinne und die tieferen Priele. Bei Springtide, Nordweststurm oder außergewöhnlichem Hochwasser kann das Meer viel weiter vordringen. Dann werden die tieferen Bereiche überflutet und die Fläche verwandelt sich vorübergehend in ein flaches Binnenmeer. Beim Rückzug hinterlässt das Wasser Salz, Schlick, Sand und angeschwemmtes Material.

De Slufter entstand nicht nur durch natürliche Küstenprozesse. Im 19. Jahrhundert wurden künstliche Dünenzüge angelegt, um die Strandfläche zwischen De Muy und Eierland einzuschließen. Stürme schlugen Öffnungen in diese neue Barriere. Die meisten wurden geschlossen, doch Versuche, den Durchbruch bei De Slufter abzuriegeln, erwiesen sich wiederholt als anfällig. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde beschlossen, die Verbindung zum Meer offen zu lassen. Das zur Landgewinnung vorgesehene Gebiet blieb damit unter dem Einfluss der Gezeiten.

Wasser und Sediment verändern die Landschaft weiterhin. In geschützten Bereichen setzt sich feiner Schlick zwischen den Pflanzen ab, während andernorts Sand und Ufer abgetragen werden. Priele verlagern ihre Bögen und nach Hochwasser entstehen neue Rinnen. Die Hauptrinne wurde lange aktiv umgelegt, wenn sie sich zu weit nach Norden oder Süden verschob. Inzwischen erhält das System mehr Freiheit, sich selbst zu bewegen, weil diese Dynamik wesentlich zur Landschaft gehört.

Der Salzgehalt bestimmt die Vegetation. In den tiefsten, häufig überfluteten Bereichen wächst Queller auf kahlem salzigem Boden und kann sich im Herbst rot färben. Auch Strandmelde und Strandwermut vertragen Salz und regelmäßige Überflutung. Etwas höher wächst Strandflieder, dessen violette Blüten im Juli und August große Flächen färben können. Strandgrasnelke blüht vor allem im späten Frühjahr und frühen Sommer mit rosa Blütenköpfen.

Die Pflanzengürtel folgen geringen Höhenunterschieden. Eine nur wenige Zentimeter höher liegende Stelle wird seltener überflutet und bietet anderen Arten Raum. Niedrige Salzwiesenvegetation geht deshalb allmählich in Dünengrasland und trockenere Pflanzengesellschaften über. Das Muster zeigt, wo das Meerwasser am häufigsten hingelangt, obwohl die Fläche nahezu eben wirkt.

Die Priele sind für Tiere wichtig. Garnelen, kleine Krabben und junge Fische ziehen mit auflaufendem Wasser landeinwärts und bei fallender Tide in tiefere Bereiche zurück. Säbelschnäbler, Austernfischer und andere Watvögel suchen an den Schlickrändern nach Bodentieren. Brandgänse und andere Enten nutzen flaches Wasser zum Fressen und Rasten.

Der nördliche Teil ist als Vogelreservat geschlossen. Eiderenten, Brandgänse, Säbelschnäbler und andere Küstenvögel finden dort Brutplätze ohne ständigen Wanderverkehr. Für Bodennester bleibt Hochwasser ein Risiko. Außerhalb der Brutzeit nutzen Zug- und Wintervögel dieselbe Fläche zum Rasten und zur Nahrungssuche. Schneeammern, Berghänflinge und gelegentlich Ohrenlerchen suchen dann zwischen niedriger Vegetation und Treibgut nach Samen.

Der südliche Teil ist über Wanderwege vom Aussichtspunkt aus zugänglich. Unten kann der Boden schlammig, durchnässt oder zeitweise überflutet sein. Ein Priel, der bei Niedrigwasser klein wirkt, kann nach einer hohen Flut deutlich breiter und tiefer werden. Festes Schuhwerk sowie Aufmerksamkeit für Wetter und Wasserstand sind daher sinnvoll. Das nördliche Reservat darf nicht betreten werden.

Vom Aussichtspunkt lässt sich die Struktur von De Slufter am besten erkennen. Die Hauptrinne kommt aus Richtung Meer, windet sich landeinwärts und teilt sich in feinere Linien. Nahe am Boden werden andere Spuren sichtbar: Salz auf Blättern, frischer Schlick am Ufer, Vogelspuren im Schlamm und angeschwemmtes Material, das die Höhe des Wassers markiert.

Jede Jahreszeit verändert das Bild. Im Frühjahr kehren Brutvögel zurück und die Salzwiese treibt frischgrün aus. Im Sommer blühen Strandflieder und Strandgrasnelke. Im Herbst färben sich Queller und abgestorbene Vegetation rot und braun, während Vögel entlang der Küste ziehen. Im Winter treten das kahle Muster der Priele, Wintergäste und die Folgen von Sturmfluten deutlicher hervor.

De Slufter zeigt, dass Küstennatur nicht immer dadurch entsteht, dass das Meer ausgeschlossen wird. Hier ist die offene Verbindung notwendig. Ohne regelmäßige Überflutung würden die Salzpflanzen verschwinden, die Priele allmählich verlanden und die Fläche zu einer anderen Landschaft werden. Was andernorts als Bedrohung abgewehrt wird, hält hier die Natur in Bewegung.

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