Weidenwald, Röhrichte und Feuchtgebiete in De Vijfhoek bei Diemen

Besondere Natur

De Vijfhoek

Am östlichen Rand Amsterdams liegt De Vijfhoek, auch Diemer Vijfhoek oder PEN-eiland genannt. Das Naturgebiet entstand um 1970 auf Baggergut und aufgespültem Boden im IJmeer. Innerhalb weniger Jahrzehnte entwickelte sich die kahle Halbinsel zu einem dichten Mosaik aus Weidenwald, Röhricht, feuchten Hochstaudenfluren, kleinen Tümpeln und Ufern. Blaukehlchen, Seidensänger, Eisvogel, Zwergtaucher, Spechte und Ringelnatter finden hier Lebensraum; im Herbst und Winter erscheinen an den Rändern zahlreiche Wasservögel des IJmeers.

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Warum hierherkommen?

De Vijfhoek zeigt, wie schnell auf vollständig künstlich geschaffenem Boden ein artenreiches Naturgebiet entstehen kann. Bei einer Wanderung wechseln sich dichter Weidenwald, Röhrichtränder, schlammige Tümpel und offene Blicke über das IJmeer ab. Brücken, Hochspannungsleitungen und das Kraftwerk bleiben ganz in der Nähe, doch zwischen dieser Infrastruktur hat sich ein erstaunlich ruhiger und vogelreicher Stadtrand entwickelt. Der Zugang ist kostenlos, eine Führung ist nicht erforderlich.

Was ist zu sehen?

Dichter Weidenwald, Röhrichte, feuchte Hochstaudenfluren, kleine Tümpel, Totholz und schlammiger Waldboden prägen das Innere des Gebiets. An den Rändern öffnet sich der Blick zum IJmeer. Im Frühjahr singen Blaukehlchen, Schilfrohrsänger und Seidensänger aus der feuchten Vegetation, während Spechte im Weidenwald nach Insekten suchen. Im Herbst und Winter rücken Taucher, Enten, Kormorane, Silberreiher und Greifvögel über dem offenen Wasser in den Vordergrund. Die Wege können schmal, rutschig und sehr schlammig sein.

Warum besonders?

De Vijfhoek bildet ein ökologisches Bindeglied zwischen dem IJmeer, der Diemerscheg und anderen Feuchtgebieten rund um Amsterdam. Wald, Röhricht, geschütztes Wasser und offener See liegen dicht beieinander, sodass Waldvögel, Sumpf- und Wasservögel, Ringelnattern und Insekten auf engem Raum unterschiedliche Lebensräume finden. Die junge Landschaft zeigt außerdem, dass ökologischer Wert nicht nur in alter Natur entsteht: Er kann sich auch entwickeln, wenn Wasser, spontane Vegetation und ausreichend Ruhe über längere Zeit Raum erhalten.

Die Geschichte dieses Ortes

Natur auf künstlich geschaffenem Boden

De Vijfhoek liegt im Nordosten von Diemen zwischen dem Diemerzeedijk, dem IJmeer und dem Kraftwerk Over-Diemen. Das Gebiet wird auch Diemer Vijfhoek und PEN-eiland genannt. Wer zwischen Schilf und Weiden wandert, erkennt kaum, dass fast der gesamte Boden erst um 1970 aufgebracht wurde. Der dichte Wald und der feuchte Untergrund wirken wie ein älteres Moor, doch unter den Wurzeln liegt Baggergut aus großen technischen Bauvorhaben.

Beim Bau des Kraftwerks und bei der Verbreiterung des Amsterdam-Rhein-Kanals fielen große Mengen Boden und Baggerschlamm an. Das Material wurde außendeichs im IJmeer abgelagert und bildete eine Halbinsel von ungefähr achtzig Hektar. Dämme sollten verhindern, dass das neue Land wieder weggespült wurde. Die fünfeckige Form gab dem Gebiet seinen Namen.

Zunächst war die Oberfläche kahl, nass und unregelmäßig. Samen gelangten mit Wind, Wasser und Vögeln auf das Gelände. Weiden siedelten sich schnell auf dem feuchten Boden an, während an den flachen Rändern Schilf wuchs. In Senken blieben Teiche zurück und höher aufgespülte Bereiche wurden trockener. Innerhalb weniger Jahrzehnte entstand ein Mosaik aus jungem Sumpfwald, Röhrichten, feuchten Hochstaudenfluren, offenem Wasser und schlammigen Ufern.

Die Entwicklung verlief nicht überall gleich. Der westliche Teil ist über Wanderwege zugänglich. Der östliche Teil bleibt geschlossen und bietet Brutvögeln und anderen Tieren Ruhe. Das Nebeneinander von besuchtem Rand und unzugänglichem Kern ist wichtig. Tiere können sich in dichte Röhrichte, feuchten Wald und abgelegene Ufer zurückziehen, während sich die Landschaft an der Westseite erleben lässt.

Vom Weidenwald zum offenen Wasser

Der Weidenwald besitzt keine regelmäßige Struktur. Stämme stehen dicht beieinander, Äste brechen ab und umgestürzte Bäume bleiben liegen. Totholz zieht Käfer, Pilze und andere Organismen an und bietet Spechten Nahrung und Nistmöglichkeiten. Brennnesseln, Brombeeren, Holunder und hohe Kräuter füllen die Lücken. An den nassesten Stellen sinken Blätter und Holz langsam in einen dunklen weichen Boden.

Im Frühjahr wird das Gebiet vor allem durch Geräusche erfahrbar. Blaukehlchen singen an den Übergängen zwischen Schilf, jungen Weiden und offenem Schlamm. Schilfrohrsänger und Rohrschwirle bleiben weitgehend zwischen den Halmen verborgen. Der Seidensänger verrät sich durch einen plötzlichen kräftigen Gesang aus dichter Deckung. Im Wald rufen Spechte, und gelegentlich klingt der flötende Gesang des Pirols aus dem Kronendach. Welche Arten auffallen, unterscheidet sich von Jahr zu Jahr und verändert sich mit dem älter werdenden Wald.

Kleine Teiche und ruhige Wasserläufe fügen eine weitere Ebene hinzu. Zwergtaucher verschwinden leicht hinter überhängender Vegetation, und Eisvögel fliegen niedrig über das Wasser. Ringelnattern nutzen Tümpel, Ufer und warme Dämme. Sie schwimmen ausgezeichnet und jagen Amphibien und kleine Fische. Begegnungen dauern meist nur kurz, da die Tiere bei Bewegung schnell im Wasser oder Bewuchs verschwinden.

An der Nord- und Ostseite grenzt das Gebiet an das IJmeer. Dort erscheinen Kormorane, Taucher, Enten und Silberreiher. Während des Vogelzugs folgen Vögel den Ufern von IJmeer und Markermeer oder überqueren das offene Wasser. Baumfalken und andere Greifvögel können über der Halbinsel jagen. Die Lage ermöglicht unerwartete Beobachtungen, auch wenn gelegentliche Seltenheiten nicht den alltäglichen Charakter des Gebiets bestimmen.

Ein Bindeglied im grünen Netzwerk

De Vijfhoek ist Teil eines größeren grünen Netzes. Ufer, Deiche und Naturstreifen verbinden das Gebiet mit dem Diemerpark, der Diemerscheg und Flächen Richtung Muiden und Waterland. Vögel, Ringelnattern und andere bewegliche Tiere erleben diese Orte nicht als voneinander getrennte Schutzgebiete. Sie nutzen unterschiedliche Plätze zum Brüten, Fressen, Rasten und Überwintern.

Der menschliche Ursprung bleibt sichtbar. Hochspannungsleitungen, Brücken, Deiche und das Kraftwerk stehen in der Nähe. Von offenen Stellen erscheint IJburg am Horizont, und Verkehrslärm kann in das Gebiet eindringen. Nach wenigen Wegbiegungen schließt der Weidenwald jedoch den Blick. Dann bestimmen feuchter Boden, raschelndes Schilf und Vogelgesang die Wahrnehmung.

Die Landschaft verändert sich weiter. Schilf breitet sich in flachem Wasser aus, offene Hochstaudenfluren werden zu Weidenwald und alte Bäume fallen um. Ohne Pflege würden einige Teiche, Röhrichte und offene Stellen allmählich verschwinden. Das Ziel besteht deshalb nicht darin, die Natur ordentlich zu gestalten, sondern ausreichend Vielfalt und feuchte Bedingungen zu erhalten. Wasserstand, Ruhe und die Verbindung zum IJmeer sind wichtiger als ein gepflegtes Erscheinungsbild.

Eine junge Landschaft im ständigen Wandel

Das Wandern ist kostenlos und erfordert keine Führung. Die Wege im westlichen Teil können nach Regen sehr schlammig und rutschig werden. Der geschlossene östliche Teil darf nicht betreten werden. Fahrräder und frei laufende Hunde sind nicht erlaubt; für Hunde gelten die Hinweise an den Zugängen. Ein Beobachtungsschirm und offene Ufer ermöglichen Blicke über das Wasser, ohne den ruhigen Kern zu betreten.

Jede Jahreszeit erzeugt einen anderen Eindruck. Im frühen Frühjahr erreicht Licht noch den nassen Waldboden. Danach schließt sich das Blätterdach und das Gebiet wird grün und abgeschieden. Im Frühjahr und Sommer bestimmen Vogelgesang, Schilf und Insekten das Bild. Im Herbst ziehen Vögel am IJmeer entlang. Im Winter werden Wasser, kahle Weiden und Totholz wieder deutlich sichtbar.

De Vijfhoek beweist nicht, dass neue Natur alte Lebensräume ersetzen kann. Alte Wälder, historische Moore und ursprüngliche Küstenlandschaften bleiben unersetzbar. Das Gebiet zeigt jedoch, wie schnell ein komplexes Ökosystem entstehen kann, wenn eine kahle technische Restfläche über lange Zeit Raum erhält. Die Natur wurde hier nicht bis ins Detail geplant. Wasser, Samen, Wurzeln, Zersetzung und aufeinanderfolgende Generationen von Pflanzen und Tieren leisteten den größten Teil der Arbeit.

Unter Schilf und Weidenwald bleibt der künstliche Boden bestehen. Neben dem Gebiet ist das Kraftwerk weiterhin in Betrieb und über die umliegenden Brücken zieht Verkehr. Dennoch leben hier Eisvögel, Spechte, Sumpfvögel und Ringelnattern. Darin liegt die Bedeutung von De Vijfhoek: eine junge Landschaft, in der die Infrastruktur nie verschwindet, zwischen deren harten Linien aber unerwartet viel wildes Leben entstanden ist.

Was ist wann zu sehen?

Die Monate zeigen, wann eine Beobachtung am wahrscheinlichsten ist. Natur bleibt unberechenbar.

Blaukehlchen

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Ab April singen die Männchen aus Schilf, jungen Weiden und feuchten Hochstaudenfluren. Ein Vogel kann kurz auf einem Halm erscheinen und danach vollständig in der Vegetation verschwinden.

Seidensänger

Ganzjährig
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Der kräftige, explosive Gesang ertönt oft unerwartet aus dichten Schilf- oder Weidenrändern. Der Vogel selbst bleibt meist niedrig und verborgen.

Eisvogel

Ganzjährig
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Achten Sie an ruhigen Wasserläufen auf einen schnellen blauen Blitz dicht über der Oberfläche. In strengen Wintern kann die Art vorübergehend seltener werden.

Zwergtaucher

Ganzjährig
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Zwergtaucher nutzen kleine geschützte Tümpel und ruhige Wasserläufe. Ihr trillernder Ruf ist oft eher zu hören, als der kleine, tief im Wasser liegende Vogel zu sehen ist.

Rohrschwirl

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Im Frühjahr und Frühsommer kann aus ausgedehnten Röhrichten ein lang anhaltender schwirrender Gesang erklingen. Der Vogel bleibt meist tief in der Vegetation verborgen.

Pirol

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Im späten Frühjahr und Sommer kann der flötende Gesang aus dem dichten Blätterdach erklingen. Selbst die auffällig gefärbten Männchen sind zwischen den Blättern erstaunlich schwer zu entdecken.

Kleinspecht

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Im zeitigen Frühjahr sind Trommeln und leise Rufe die besten Hinweise. Der kleine Specht sucht dünne Äste und totes Weidenholz nach Insekten ab.

Ringelnatter

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

An warmen Tagen können Ringelnattern an Tümpeln, auf Dämmen und an sonnigen Ufern Wärme tanken. Sie schwimmen ausgezeichnet und verschwinden meist schnell im Wasser oder in der Vegetation.

Silberreiher

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Vom Spätsommer bis in den Winter können Silberreiher an flachen Ufern oder über dem IJmeer erscheinen.

Wasservögel des IJmeers

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez

Im Herbst und Winter rasten Taucher, Reiherenten, Schnatterenten, Kormorane und andere Wasservögel auf dem offenen Wasser und an geschützten Ufern.

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