Offene Moorwiesenlandschaft mit Wasser und Schilf im Ilperveld

Besondere Natur

Ilperveld

Zwischen Landsmeer, Den Ilp, Ilpendam und dem Noordhollandsch Kanaal liegt das Ilperveld, eine wasserreiche Niedermoorlandschaft mit langen Gräben, Röhrichten, nassen Wiesen, Schwingrasen und Hunderten schmaler Moorinseln. Ganz in der Nähe von Amsterdam lebt hier eine stille Welt aus Uferschnepfen, Kiebitzen, Röhrichtvögeln, Torfmoosen und Nordischen Wühlmäusen. Die Landschaft entstand durch Moorbildung, Torfabbau und jahrhundertelanges Wassermanagement und bleibt nur durch sorgfältige Wasserstandsregulierung, Beweidung und Naturschutzmaßnahmen erhalten.

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Credit: Foto: Maarten Sepp, via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

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Warum hierherkommen?

Direkt nördlich von Amsterdam bewahrt das Ilperveld eine fein gegliederte Landschaft, in der Land und Wasser fast gleich wichtig sind. Wanderwege und eine Vogelbeobachtungshütte bieten Blick auf nasse Wiesen, Röhrichtränder und Wiesenvögel, doch erst vom Boot aus wird deutlich, wie stark das Gebiet zergliedert ist. Schmale Wasserwege führen zwischen niedrigen Moorinseln hindurch und vorbei an Schwingrasen, Sumpf und ruhigen Wiesen. Ein selbstständiger Besuch ist möglich; Bootsfahrten und Exkursionen bieten gegen Gebühr einen tieferen Einblick.

Was ist zu sehen?

Eine offene Moorwiesenlandschaft mit langen Gräben, weitem Himmel, Röhrichträndern, nassen Wiesen, Moorinseln, alten Deichen und kleinen Wiesenmühlen. Im Frühjahr fallen Uferschnepfe, Kiebitz und Rotschenkel auf. In und am Röhricht leben Rohrweihe, Rohrdommel und Schilfrohrsänger. Vom Wasser aus rücken die schmalen Inseln, Schwingrasen und ruhigen Sumpfränder deutlich näher als von den öffentlichen Wegen.

Warum besonders?

Das Ilperveld zeigt, wie eng Natur, Landwirtschaft und Wasserwirtschaft in der nordholländischen Moorlandschaft miteinander verflochten sind. Das Gebiet ist wichtig für Wiesen- und Sumpfvögel, Schwingrasen, Torfmoose und die Nordische Wühlmaus. Gleichzeitig ist die Landschaft empfindlich gegenüber Austrocknung, Bodensenkung, nährstoffreichem Wasser und Verbuschung. Nur ausreichend hohe Wasserstände, offene Wiesen, ruhige Röhrichtzonen und gezielte Wiederherstellung erhalten die verschiedenen Lebensräume nebeneinander.

Die Geschichte dieses Ortes

Eine Moorlandschaft voller Inseln

Das Ilperveld liegt unmittelbar nördlich von Amsterdam zwischen Landsmeer, Den Ilp, Ilpendam und dem Nordhollandkanal. Auf der Karte wirkt es wie ein offener Polder, aus der Nähe besteht die Landschaft jedoch aus Hunderten schmaler Moorinseln. Lange Gräben und Wasserläufe teilen nasse Wiesen, Schilfstreifen und Sumpf. Land und Wasser sind so eng miteinander verflochten, dass das Gebiet vom Boot aus einen völlig anderen Charakter hat als von der Straße.

Der Untergrund besteht aus Torf, der sich über Jahrtausende aus abgestorbenen Sumpfpflanzen bildete. Seit dem Mittelalter wurde das Gebiet entwässert und für Landwirtschaft und Torfabbau genutzt. Durch Graben und Stechen entstanden lange Wasserläufe und schmale Parzellen. Nicht der gesamte Torf wurde entfernt oder trockengelegt. Zurück blieb eine fein gegliederte Landschaft, in der Wiesen, Schilf, Gräben und Moorreste dicht beieinanderliegen.

Das Ilperveld gehört zu einem größeren Niedermoorkomplex mit Varkensland, Oostzanerveld und dem Twiske. Der frühere Einfluss von Brackwasser, Muster alter Erschließungen und der anhaltende Kampf gegen Bodensenkung sind noch sichtbar. Die Landschaft ist daher weder rein natürlich noch ein gewöhnlicher Landwirtschaftspolder. Jahrhunderte von Nutzung und Wasserwirtschaft schufen eine von Feuchtigkeit geprägte Landschaft mit heute hohem Naturwert.

Wiesenvögel, Schilf und Schwingrasen

Im Frühjahr sind die offenen Wiesen für Uferschnepfe, Kiebitz und Rotschenkel wichtig. Sie brüten auf niedrigen Parzellen und suchen in feuchtem Boden und an Grabenrändern nach Nahrung. Ihr Erfolg hängt von ausreichend hohem Wasserstand, später Mahd, Ruhe und genügend Insekten ab. Weite Himmel und offene Sicht sind für diese Vögel ebenso wichtig wie nasser Boden.

Röhrichte und Sumpfränder bieten anderen Arten Lebensraum. Rohrweihen jagen niedrig über Schilf und Wasser. Rohrdommeln bleiben meist verborgen, doch ihre tiefen Rufe können im Frühjahr weit tragen. Schilfrohrsänger und andere kleine Sumpfvögel bewegen sich zwischen Halmen und rauen Ufern. Der Übergang von offener Wiese zu dichtem Schilf macht das Gebiet für viele Vogelarten nutzbar.

Auch die Vegetation unter Augenhöhe ist bemerkenswert. An einigen nassen Stellen wachsen Torfmoose und bilden Schwingrasen: schwimmende oder instabile Vegetationsmatten, die sich mit dem Wasser bewegen. Solche Bestände entwickeln sich langsam und reagieren empfindlich auf Austrocknung und nährstoffreiches Wasser. Glockenheide kann torfmoosreichen Flächen einen violetten Ton geben.

Verborgene Arten in nassen Lebensräumen

Die Nordische Wühlmaus lebt in nasser, rauer Vegetation und ist fast nie zu sehen. Sie profitiert von isolierten Lebensräumen, die regelmäßig nass bleiben. Ihr Vorkommen zeigt, dass der Wert des Ilpervelds nicht nur von auffälligen Vögeln bestimmt wird, sondern auch von verborgenen Arten, die auf eine stabile Sumpflandschaft angewiesen sind.

Das Gebiet bleibt nicht von selbst offen. Wiesen werden gemäht oder von Rindern, Schafen und Ziegen beweidet. An anderen Stellen werden Schilf, Gebüsch oder nährstoffreiche Oberböden entfernt. Der Wasserstand wird so gesteuert, dass der Torf nicht zu schnell austrocknet und oxidiert. Ohne diese Pflege würden Wiesen verbuschen, Schwingrasen verschwinden und der Moorboden weiter absinken.

Die Wasserwirtschaft ist kompliziert. Ein zu niedriger Pegel beschleunigt Bodensenkung und Austrocknung, während schlechte Wasserqualität empfindliche Moorvegetation ebenfalls schädigen kann. Nährstoffe aus Landwirtschaft, Luft und zugeführtem Wasser fördern schnell wachsende Pflanzen. Wiederherstellung verlangt deshalb nicht nur mehr Wasser, sondern auch saubereres Wasser, passende Beweidung und ausreichende Ruhe.

Vom Wasser aus wird die Landschaft verständlich

Vom Besucherzentrum an der Kanaaldijk sind ein Wanderweg und eine Beobachtungshütte erreichbar. Sie zeigen vor allem den Rand des Gebiets. Ein selbstständiger Besuch auf den öffentlichen Wegen ist kostenlos, doch vom Boot aus wird die Größe deutlicher. Dann zeigt sich, wie schmal manche Inseln sind und wie tief die Wasserläufe in die Landschaft reichen. Kostenpflichtige Bootsfahrten und Exkursionen werden zu festen Zeiten angeboten.

Die Nähe zu Amsterdam bleibt spürbar. Bebauung und Infrastruktur können am Horizont erscheinen, doch Verkehr und Stadt verschwinden schnell hinter den Schilfrändern. Übrig bleiben Wasser, Wind, Vögel und niedrige grüne Inseln. Gerade dieser Gegensatz macht das Ilperveld besonders: ein empfindlicher Moorsumpf in einem der geschäftigsten Teile der Niederlande.

Das Ilperveld erzählt keine Geschichte unberührter Wildnis. Die Landschaft wurde von Menschen ausgegraben, entwässert, beweidet und gepflegt. Aus dieser langen Geschichte entstand dennoch ein wertvolles Mosaik aus Wiesenvogelland, Schilfmoor, Schwingrasen und offenem Wasser. Die Zukunft dieses Mosaiks hängt von demselben Faktor ab, der das Gebiet seit Jahrhunderten prägt: vom Umgang mit Wasser.

Was ist wann zu sehen?

Die Monate zeigen, wann eine Beobachtung am wahrscheinlichsten ist. Natur bleibt unberechenbar.

Uferschnepfe

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Im Frühjahr sind Uferschnepfen auf nassen Wiesen und offenen Parzellen zu beobachten; ihre Rufe, Balzflüge und langen Schnäbel gehören zum typischen Bild der Moorwiesenlandschaft.

Kiebitz

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Kiebitze fallen durch ihre taumelnden Balzflüge und Rufe über offenem Grünland auf, besonders im zeitigen Frühjahr, wenn die Flächen noch nass und kurzrasig sind.

Rotschenkel

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Rotschenkel sind häufig auf feuchten Wiesen und an Grabenrändern zu hören und an ihren aufmerksamen Rufen und roten Beinen zu erkennen.

Rohrweihe

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Rohrweihen jagen niedrig über Röhrichten, nassem Grünland und offenem Wasser, mit langsamen Flügelschlägen und langen Gleitphasen.

Rohrdommel

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Rohrdommeln sind im Schilf nur selten zu sehen, doch im Frühjahr kann ihr tiefer, dumpfer Ruf dem Moor eine verborgene Präsenz verleihen.

Schilfrohrsänger

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In Röhrichträndern und rauer Ufervegetation verraten Schilfrohrsänger sich oft zunächst durch Gesang und Bewegung, bevor sie gut zu sehen sind.

Nordische Wühlmaus

Ganzjährig
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Die Nordische Wühlmaus ist fast nie zu sehen. Sie lebt in nasser, dichter Moorvegetation und sagt viel über Qualität und Abgeschiedenheit dieser Niedermoorlandschaft aus.

Torfmoos

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Torfmoose gehören zu den empfindlichen nassen Vegetationen des Ilpervelds und zeigen, wo noch echte moorbildende Bedingungen bestehen.

Glocken-Heide

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Auf geeigneten torfmoosreichen Flächen kann blühende Glockenheide der nassen Moorvegetation einen dezenten violetten Farbton geben.

Schilf

Ganzjährig
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Schilf prägt Ufer, Wasserläufe und ruhige Winkel des Gebiets und bietet Sumpfvögeln Deckung.

Libellen

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An warmen Tagen fliegen Libellen über Gräben, Wasserläufen, Röhrichträndern und geschützten Wasserflächen.

Schafe, Rinder und Ziegen

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Schafe, Rinder und Ziegen gehören zur Pflege offener Wiesen und Randzonen und halten Teile der Moorlandschaft niedrig und offen.

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